Interpellation in Gross- und Stadtrat: Deepfakes im Klassenzimmer
Mit wenigen Klicks lassen sich heute mit künstlicher Intelligenz täuschend echte Bilder von realen Menschen erzeugen – auch von Schülerinnen und Schülern. Deepfakes können Personen sexualisieren oder diffamieren, selbst wenn es nie ein entsprechendes Foto gegeben hat. Für Betroffene kann das massive soziale und psychische Folgen haben.
Diese Entwicklung macht auch vor Schulen nicht halt. Lehrpersonen, Schulleitungen und Schulsozialarbeit geraten dabei schnell in ein komplexes Spannungsfeld zwischen Pädagogik, Opferschutz, Strafrecht und Datenschutz. Gleichzeitig verbreiten sich KI-Werkzeuge rasant – und werden immer einfacher zu bedienen.
Deshalb habe ich gemeinsam mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern aus mehreren Parteien im Grossen Rat eine Interpellation eingereicht. Parallel wird das Thema auch im Berner Stadtrat aufgegriffen. Ziel ist es, vom Regierungsrat zu erfahren, wie häufig solche Fälle bereits auftreten, welche Präventions- und Unterstützungsangebote bestehen – und ob unsere Schulen genügend vorbereitet sind.
Politik sollte sich nicht erst dann mit einem Problem beschäftigen, wenn der erste grosse Fall Schlagzeilen macht. Gerade bei neuen Technologien lohnt es sich, früh hinzuschauen: Sind Zuständigkeiten klar? Gibt es Leitlinien für Schulen? Und werden betroffene Kinder und Jugendliche ausreichend geschützt?
Denn eines ist klar: Die Technologie entwickelt sich schneller als unsere Regeln. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diese Lücke zu schliessen.